Vom Versuch zur Bemessung: Dickschichtklebungen unter hoher zyklischer Beanspruchung sicher nachweisen
Autoren: Dr.-Ing. Stephan Koch, Dipl.-Chem. Elisabeth Stammen, M. Sc. Tom Reisewitz, M. Eng. Paul Müller, Prof. Dr.-Ing. Christian Schuler, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Geralt Siebert, Professor Dr. Klaus Dilger
DOI: https://doi.org/10.53192/JP20260340
Erdbeben erzeugen zufällige, intensive Lastwechsel, die in Dickschichtklebungen eine Ermüdungsbelastung mit wenigen Zyklen hervorrufen. Belastbare Bemessungsgrundlagen hierfür fehlen bislang weitgehend. Im Rahmen des IGF-Forschungsprojekts RISIKO wurde das Trag- und Versagensverhalten elastischer Dickschichtklebungen unter seismischer Beanspruchung über mehrere Maßstabsebenen untersucht. Kleinmaßstäbliche Versuche an Silikon-H-Proben liefern belastbare Wöhlerlinien zur Vorhersage des Ermüdungsverhaltens. Mit Sikaflex-668 wurde zudem ein Polyurethan als alternatives Klebstoffsystem untersucht, das bei hohen zyklischen Dehnungen vielversprechendes Potenzial zeigt. Großbauteilversuche an geklebten Fassadenelementen bestätigen ein robustes Verhalten auf Systemebene ohne schlagartiges Versagen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für ein praxisorientiertes Bemessungskonzept dickschichtiger Klebverbindungen unter seismischer Beanspruchung.
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